Essays
Balance-Akte
„Mein Paradox: ich bin ein obsessiver Mensch, aber meinem Geist gelingt es nicht, sich festzulegen.“ Diese Worte des rumänischen Autors und Philosophen E. M. Cioran könnten eine erste Spur legen in die Sammlung der neuen Fotoarbeiten Franz Meillers in der Münchner Galerie Kampl.
Eine Spur, die genau an jener scharfen und kaum sichtbaren Kante entlangführt, die das Mögliche vom Unerreichbaren trennt, das Träumen vom Wachzustand, das Übermütige von der totalen Entkräftung.
Malte Ubenauf
Die Binnenräume der Menschen
Ganz selten nur ruft das Betrachten von Bildern die Erinnerung an einen Text wach. Im Fall von Franz Meillers neuen Fotoarbeiten jedoch geschieht es unmittelbar.
„Der Lebensraum, in dem ein Mensch wohnt, sich bewegt und orientiert, ist für andere Menschen wesentlich unsichtbar.“ (Franz-Xaver Baier)
Malte Ubenauf
watching the world walk by in its curious shoes
„Laufen als Selbstzweck kennen wir nicht. Bei uns ist Laufen immer ein Mittel, um irgendwo hinzukommen.“ Jeder, der nach Asien reist, kennt diesen Satz, weil er die Wahrheit enthält.
Franz Meiller läuft. Und er ist dort, wo er hinmöchte: mitten in der Fotografie.
Christian Kneisel
[2polar] – Christian Kneisel
Ich stehe vor den Bildern von Franz Meiller und denke darüber nach, was der Titel der Ausstellung meinen könnte: [2polar]. Zwei Pole. Zwei Enden einer Spannungslinie.
Es ist die Spannung zwischen dem Sichtbaren und dem Spürbaren, die diese Bilder auszeichnet.
Christian Kneisel
[2polar] – Ulrich Ptak
Franz Meillers Fotografien besitzen eine Eigenschaft, die man als visuelle Musikalität bezeichnen könnte. Sie haben Rhythmus, Tempo und Pausen.
In der Dresdner Ausstellung [2polar] wird das besonders deutlich: Jedes Bild hat seine eigene Taktung, seinen eigenen Atemrhythmus.
Ulrich Ptak